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GESCHICHTE EINER JAHRHUNDERTALTEN KUNST

Poteries de BetschdorfPoteries de SoufflenheimPoteries anciennes de Betschdorf et Soufflenheim

Am Rande des Haguenauer Waldes, kultivieren Betschdorf und Soufflenheim die jahrtausend alte Kunst der Töpferei. Zwei parallellaufende Geschichten die im Wesentlichen übereintreffen: die Erhaltung eines alten wie auch kostbaren Know-hows. 

Im Elsass ist die Geschichte der Töpfer sehr alt. Bereits in der Jungsteinzeit formte man Ton in der Rheinebene. Im Jahr 1850 gab es noch dreißig Dörfer im Unterelsass, die sich diesem Handwerk widmeten. Heute sind nur noch zwei Hauptzentren übriggeblieben: Betschdorf und Soufflenheim.

 In Betschdorf erzählt die Geschichte, dass im 16. Jahrhundert ein deutscher Töpfer das Geheimnis der Herstellung von Tonwaren mitbrachte. Das Dorf wurde schnell zu einem Produktionszentrum. Diese Entwicklung kam zu ihrem Höhepunkt um die Jahre 1865 als Betschdorf um die sechzig Töpfereien mit rund 400 Angestellten zählte. Die Annexion von 1870 beendet diese glorreiche Zeit. Ein Wiederaufleben ereignet sich nach dem ersten Weltkrieg als einige Töpfer erfolgreich, neben der Herstellung traditioneller Töpferwaren, sich nach einer feineren und reich verzierten Keramik orientierten, deren Produktion Jahr für Jahr ansteigt. Heute fasst Betschdorf um die zehn Ateliers zusammen, die hauptsächlich die charakteristische grau- und blaue Kunsttöpferware herstellen.

In Soufflenheim erzählt die Tradition, dass im 12. Jahrhundert die Töpfer von Kaiser Friedrich Barbarossa das Recht erhielten, kostenlos und kontinuierlich Ton aus dem Untergrund des Haguenauer Waldes schöpfen zu dürfen. Nach einer Volkszählung die im Jahre 1837 durchgeführt wurde, zählte Soufflenheim 55 Töpfereien, von denen die Meisten Bauerntöpfer waren. Nach 1870 mussten mehrere Töpfer ihre Tätigkeit aufgeben. Nur diejenigen, die sich mehr der Herstellung von Kunsttöpfereien widmeten konnten sich erhalten. Erst seit den Sechziger Jahren erlebte die Töpferei von Soufflenheim einen neuen Aufschwung unter dem Impuls des deutschen Marktes. Heute sind es um die fünfzehn Ateliers, die diese altüberlieferten Handgriffe fortbestehen lassen, und die Herstellung der berühmten Gugelhupff-Formen, Baeckoffe-Terrinen oder anderer modernerer, farbenfroher Keramiken ermöglichen.

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